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Website-Relaunch in der Praxis: 10 Prüfungen nach dem Livegang

Diese 10 Prüfungen gehören nach einem Website-Relaunch dazu: Weiterleitungen, Indexierung, Performance, Sicherheit und laufende Kontrolle.

Matthias Kuhn
PageSpeed Messung am iPad auf einem Schreibtisch

Ein Website-Relaunch ist mit dem Veröffentlichen nicht abgeschlossen. Direkt nach dem Livegang muss geprüft werden, ob alte URLs richtig weiterleiten, Suchmaschinen die neue Struktur verstehen, Formulare und Tracking funktionieren und die Website unter realistischen Bedingungen stabil läuft.

Beim Relaunch von mk-newmedia waren genau diese Kontrollen Teil der technischen Nacharbeit. Die neue Website dient hier als Praxisbeispiel – nicht als allgemeingültige Vorlage, sondern als Einblick in die Punkte, die bei praktisch jedem Relaunch berücksichtigt werden sollten.

1. Alle Domainvarianten auf ein eindeutiges Ziel leiten

Eine Website kann zunächst über mehrere Varianten erreichbar sein: mit oder ohne www, über http oder https. Dauerhaft sollte nur eine bevorzugte Variante Inhalte ausliefern.

Für mk-newmedia ist das:

https://mk-newmedia.at/{pfad}

Alle anderen Varianten sollten permanent und möglichst ohne unnötige Zwischenstation auf dieses Ziel weiterleiten. Das hält interne Links, Canonicals, Trackingdaten und Signale für Suchmaschinen konsistent.

2. Alte URLs einzeln und fachlich passend weiterleiten

Ändert sich beim Relaunch die Seitenstruktur, brauchen relevante alte URLs eine dauerhafte Weiterleitung auf die passendste neue Seite. Eine frühere Leistungsseite zum Thema WordPress kann beispielsweise auf den neuen Website-Leistungsbereich führen. Eine alte E-Learning-Seite gehört dagegen zum entsprechenden Bereich für Partnerunternehmen.

Entscheidend ist die inhaltliche Nähe. Sämtliche alten URLs pauschal auf die Startseite zu schicken, hilft Besuchern kaum und bildet die frühere Struktur nicht sinnvoll ab.

Google empfiehlt permanente serverseitige Weiterleitungen, wenn URLs dauerhaft geändert wurden. Ein dokumentiertes URL-Mapping sollte deshalb bereits vor dem Livegang entstehen und danach stichprobenartig kontrolliert werden.

3. Canonicals, Sitemap und lastmod abgleichen

Jede indexierbare Seite sollte einen Canonical auf ihre bevorzugte URL besitzen. Zusätzlich muss die XML-Sitemap nur die URLs enthalten, die tatsächlich indexiert werden sollen.

Ein korrektes lastmod kann Suchmaschinen mitteilen, wann sich eine Seite zuletzt wesentlich geändert hat. Das Datum sollte deshalb aus einer belastbaren Quelle stammen – etwa aus dem Inhalt oder dem letzten relevanten Dateistand – und nicht bei jedem Build pauschal auf den aktuellen Tag gesetzt werden.

Nach dem Relaunch gehören mindestens folgende Fragen zur Kontrolle:

  • Sind alle gewünschten Seiten in der Sitemap enthalten?
  • Fehlen Entwürfe, Fehlerseiten und Weiterleitungsziele?
  • Stimmen Sitemap-URL und Canonical überein?
  • Ändert sich lastmod nur bei einer tatsächlichen Aktualisierung?

4. Indexierbarkeit und Suchmaschinenzugriff prüfen

Eine technisch erreichbare Seite muss nicht automatisch indexierbar sein. Versehentliche noindex-Angaben, widersprüchliche Canonicals oder übernommene Staging-Regeln können den Neustart ausbremsen.

Nach dem Livegang sollten deshalb die Startseite und die wichtigsten Leistungsseiten in der Google Search Console mit der URL-Prüfung kontrolliert werden. Ebenso wichtig sind robots.txt, Meta-Robots-Angaben und der tatsächlich ausgelieferte HTTP-Status.

Die Search Console liefert dabei keine sofortige Erfolgsmessung. Sie zeigt aber, ob Google eine URL abrufen kann, welchen Canonical Google erkennt und ob technische Hindernisse vorliegen.

Ein Relaunch verändert häufig nicht nur das Design, sondern auch Positionierung, Navigation und Seitenhierarchie. Deshalb reicht es nicht, einzelne Seiten isoliert anzusehen.

Wichtige Wege sollten vollständig durchgespielt werden:

  1. von der Startseite zur passenden Leistung,
  2. von der Leistung zu einer Referenz oder weiterführenden Information,
  3. von dort zur Kontaktmöglichkeit,
  4. anschließend zurück zur Orientierung über Navigation oder Breadcrumbs.

Dabei fallen unklare Linktexte, fehlende Ziele und unnötige Umwege schneller auf als bei einer reinen Sichtkontrolle. Auf der neuen mk-newmedia-Website verbindet die Navigation die drei Schwerpunkte Websites, digitale Lösungen und technische Umsetzung für Partnerunternehmen.

6. Mobile Bedienung und Barrierefreiheit kontrollieren

Responsive CSS allein bestätigt noch keine gute mobile Nutzung. Navigation, Formulare, Cookie-Einstellungen, Sprunglinks und interaktive Elemente müssen auf einem echten Smartphone oder in einem realistischen mobilen Viewport bedienbar sein.

Zur Kontrolle gehören unter anderem:

  • ausreichend große Bedienelemente,
  • sichtbare Fokuszustände bei Tastaturbedienung,
  • verständliche Formularbeschriftungen und Fehlermeldungen,
  • sinnvolle Überschriftenreihenfolge,
  • ausreichende Kontraste,
  • keine horizontalen Überläufe,
  • keine durch Overlays verdeckten Inhalte.

Automatisierte Prüfungen sind dabei hilfreich, ersetzen aber keine kurze manuelle Testrunde.

7. Bilder mit Abmessungen und passender Größe ausliefern

Bilder beeinflussen Ladezeit und visuelle Stabilität. Wenn Browser Breite und Höhe bereits aus dem HTML kennen, können sie den benötigten Platz reservieren, bevor die Datei vollständig geladen ist.

Nach dem Relaunch sollte deshalb geprüft werden:

  • Besitzen relevante Bilder width und height oder ein belastbares Seitenverhältnis?
  • Werden keine unnötig großen Dateien für kleine Darstellungen geladen?
  • Sind moderne Formate und eine sinnvolle Komprimierung vorhanden?
  • Beschreibt der Alt-Text tatsächlich den sichtbaren Inhalt?
  • Bleibt das Layout beim Laden stabil?

Diese Prüfung ist besonders wichtig, wenn kurz vor dem Livegang noch neue Referenzen oder Inhaltsbilder ergänzt wurden.

8. PageSpeed als Messung einordnen, nicht als Siegel

PageSpeed Insights verbindet – sofern verfügbar – Felddaten aus dem Chrome UX Report mit einer Lighthouse-Labormessung. Bei einer neuen oder wenig besuchten Website können noch keine ausreichenden Felddaten vorliegen. Dann ist das Ergebnis zunächst eine reproduzierbare technische Stichprobe unter festgelegten Testbedingungen.

Ein Screenshot sollte deshalb nicht nur die große Punktzahl zeigen. Sinnvoller sind:

  • geprüfte URL,
  • Mobil- oder Desktop-Modus,
  • Testdatum,
  • Performance-Kennzahlen,
  • kurze Einordnung auffälliger Werte,
  • Hinweis, ob Labor- oder Felddaten dargestellt werden.

Ein guter Einzelwert ist hilfreich, beschreibt aber nicht allein die gesamte Seitenerfahrung. Google weist darauf hin, dass Page Experience aus mehreren Aspekten besteht und ein perfekter Einzelwert keine Spitzenposition in den Suchergebnissen verspricht.

Mobile PageSpeed-Auswertung der Website-Leistungsseite von mk-newmedia
Mobile PageSpeed-Messung der Website-Leistungsseite vom 28. August 2026. Zu diesem Zeitpunkt lagen noch keine Felddaten vor.

9. HTTP-Sicherheitsheader verständlich dokumentieren

HTTP-Sicherheitsheader steuern, wie der Browser mit bestimmten Risiken und Ressourcen umgehen soll. Sie sind ein Teil der technischen Absicherung, aber kein Ersatz für sichere Software, Updates, Berechtigungen und Monitoring.

Für eine öffentlich erreichbare Unternehmenswebsite sind beispielsweise diese Header relevant:

Header Aufgabe
Strict-Transport-Security Weist den Browser an, die Domain künftig nur über HTTPS aufzurufen.
Content-Security-Policy Begrenzt, aus welchen Quellen Skripte, Styles, Bilder und weitere Ressourcen geladen werden dürfen.
X-Content-Type-Options Unterbindet das Erraten abweichender Inhaltstypen durch den Browser.
Referrer-Policy Steuert, welche Herkunftsinformationen beim Wechsel zu anderen Seiten übertragen werden.
Permissions-Policy Beschränkt ausgewählte Browserfunktionen wie Kamera, Mikrofon oder Standortzugriff.
Security-Header-Auswertung von mk-newmedia mit der Bewertung A+
Öffentliche Security-Header-Auswertung vom 28. August 2026. Die Bewertung bildet einen Teil der technischen Absicherung ab.

10. Formulare, Tracking und laufende Kontrollen einplanen

Die technisch sauberste Website erfüllt ihren Zweck nicht, wenn Anfragen nicht ankommen oder Erfolge nicht messbar sind. Kontaktformulare sollten deshalb mit gültigen und fehlerhaften Eingaben getestet werden. Dazu gehören Bestätigungsmeldungen, E-Mail-Zustellung, Spam-Schutz und die Darstellung auf mobilen Geräten.

Bei zustimmungspflichtigem Tracking ist zusätzlich zu prüfen, ob Tags erst nach der entsprechenden Auswahl geladen werden und ob definierte Ereignisse tatsächlich ankommen. Für mk-newmedia sind insbesondere erfolgreiche Kontaktanfragen und E-Mail-Klicks relevante Messpunkte.

Die erste Prüfung direkt nach dem Livegang ist nur der Anfang:

Zeitpunkt Sinnvolle Kontrolle
direkt nach dem Livegang Erreichbarkeit, Weiterleitungen, Formulare, Canonicals, Sitemap und Tracking
nach etwa 7 Tagen Indexierungsstatus, Crawlingfehler und erste technische Auffälligkeiten
nach etwa 30 Tagen Suchanfragen, Einstiegsseiten, Klickrate und erste Conversions
nach etwa 90 Tagen Inhalte, interne Verlinkung und Prioritäten anhand belastbarerer Daten nachschärfen

Ein guter Relaunch endet mit kontrolliertem Betrieb

Ein Relaunch ist kein einzelner Veröffentlichungstermin. Er ist der Übergang von Planung und Entwicklung in den laufenden Betrieb. Wer Weiterleitungen, Indexierung, Bedienbarkeit, Performance, Sicherheit und Messbarkeit gemeinsam prüft, erkennt Probleme früher und schafft eine bessere Grundlage für die weitere Entwicklung.

Bei professionellen Websites und Website-Relaunches berücksichtigt mk-newmedia diese technischen und inhaltlichen Aufgaben gemeinsam. Für die Einschätzung eines bestehenden Auftritts genügt zunächst eine kurze Beschreibung über die Projektanfrage.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Relaunch-Kontrolle.

Was sollte direkt nach einem Website-Relaunch geprüft werden?

Direkt nach dem Livegang sollten Erreichbarkeit, Weiterleitungen, Canonicals, Sitemap, Indexierbarkeit, Formulare, Tracking und die wichtigsten Seiten auf Mobilgeräten kontrolliert werden.

Reicht ein guter PageSpeed-Wert als Qualitätsnachweis?

Nein. Eine Labormessung ist eine hilfreiche Momentaufnahme, bildet aber nicht jede reale Nutzungssituation ab. Inhalte, Bedienbarkeit, Stabilität und spätere Felddaten gehören ebenfalls zur Bewertung.

Welche alten URLs brauchen eine Weiterleitung?

Alle relevanten alten URLs sollten auf die fachlich passendste neue Seite weiterleiten. Eine pauschale Weiterleitung sämtlicher Inhalte auf die Startseite ist meist keine gute Lösung.

Machen HTTP-Sicherheitsheader eine Website vollständig sicher?

Nein. Sicherheitsheader härten den Browserzugriff gezielt ab. Sie ersetzen jedoch weder sichere Software, Updates, Zugriffsschutz noch eine laufende technische Betreuung.

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